Wasser, Seerosen, Licht und Himmel: Die Ausstellung „Nature Culture“ widmet sich dem Verhältnis von Natur und Kultur

Dreißig Jahre lang widmete sich Claude Monet den „Nymphéas“, wie er seine Bilder von Seerosen poetisch nannte. Wieder und wieder malte er die auf dem Wasser schwimmenden Blätter, die Reflexion des Himmels im Wasser, das Farbspiel der Blüten und Wolken. Immer dichter rückte er an sein Motiv heran, bis die Kompositionen aus Wasser, Seerosen, Licht und Himmel das gesamte Bild füllten – konkret und grenzenlos zugleich.

Monet versuchte in seinen Bildern „das Unbestimmte einzufangen, das Flüchtige zu fixieren, den so vergänglichen und komplexen Ansichten Form und Platz zu geben“, schreibt Klaus Hammer;  insofern sind die Seerosen weniger Abbild der Natur als eine Reflexion über die Wahrnehmung. So reihte sich der einstige Begründer des längst als überlebt geglaubten Impressionismus am Ende seines Lebens in die Schar der großen Anreger der Moderne im 20. Jahrhundert ein.

Claude Monet, Nymphéas, 1916 – 1919. Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Beyeler
Foto: Robert Bayer

Die Fondation Beyeler zeigt derzeit Seerosenbilder von Monet im Rahmen ihrer aktuellen Ausstellung „Nature Culture“. Der Begriff wurde von der Philosophin und Autorin Donna J. Haraway geprägt und verweist auf die untrennbare Einheit von Kultur und Natur: Der Mensch wird als Teil einer Welt betrachtet, die er nicht beherrscht, sondern mit anderen Lebewesen in wechselseitiger Abhängigkeit bewohnt.

Die Beziehung von Natur und Kultur

Entsprechend vielfältig ist das Bild der Beziehung von Natur und Kultur, das die umfangreiche Ausstellung in der Fondation Beyeler zeigt. Sie bietet die seltene Gelegenheit, einen wesentlichen Teil der renommierten Sammlung ausgestellt zu sehen: Moderne und zeitgenössische Kunstwerke, Malerei, Skulptur, Fotografie und multimediale Installation. In einer Gemäldegalerie hängen 90 Bilder aus drei Jahrhunderten eng nebeneinander vom Boden bis unter die Decke des Ausstellungsraums. Durch die ungewöhnlichen Nachbarschaften entfalten sich überraschende Bezüge zwischen den Sammlungswerken.

Den Auftakt bildet leitmotivisch Max Ernsts Swampangel aus dem Jahr 1940, das seine Partnerin, die Künstlerin Leonora Carrington, sphinxartig in einer surrealistisch überschwemmten und überwachsenen Kulturlandschaft sitzend zeigt.

Max Ernst: Swampangel. Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Schenkung Ulla und Richard Dreyfus-Best © 2021, ProLitteris, Zürich Foto: Robert Bayer

Neben Meisterwerken und wichtigen Werkgruppen von Vincent van Gogh und Pablo Picasso über Louise Bourgeois und Mark Rothko bis zu Olafur Eliasson und Wolfgang Tillmans sind auch selten zu sehende Arbeiten und Neuerwerbungen integriert. Die Ausstellung wird noch bis zum 21. September zu sehen sein. (Andrea Teupke/Fondation Beyeler)

Weitere Informationen:

Fondation Beyeler. Museum für moderne und zeitgenössische Kunst

 

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